Gossendorf - Kreis Neumarkt
GEBURTSTAGSKINDER
JUNI 2008
22.6.31 Gertrud Schueler geb. Scholz
Die Landgemeinde Gossendorf
Einwohnerstand 15.10.1940 : 149
Bodenflaeche Stand 15.10.1940: 306 ha
Lage zur Kreisstadt : 9km suedoestlich
Fernruf Ortsnetz : Rackschuetz
Der Ortsname und vorgeschichtliche Veroeffentlichungen
1945 Gossendorf 1457 Dorf des Goslin - Gussendorf derzeit Gozdawa
Der Name Goslaus ist eine Verkuerzung von Goscislaus, der in seinem Stamm die Bedeutung fuer gosc = Gast, Fremdling enthaelt. Mit diesem beliebten Personennamen wurde ein Mann benannt, dessen Gastfreundschaft geruehmt wurde.
GEBURTSTAGSKINDER
HERZLICHEN GLUECKWUNSCH UND ALLES GUTE
Juni 2008
Ursula Spieker geb. Seewald
75 Jahre
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RITTERGUT GOSSENDORF
Gossendorf hatte zuletzt ca. 150 Einwohner und liegt 9 km suedoestlich von Neumarkt an der Kreisstrasse Neumarkt-Rackschuetz-Kanth. Die Gemeindemarkung umfasst 306 ha Land. Das Gelaende suedlich des noch zu Krintsch gehoerenden "Lerchenberges" ist leicht wellig. Suedwestlich des Dorfes, auf der anderen Seite der Kreisstrasse, liegt der 160m hohe "Birkenberg".
Gossendorf ist ein in Ost-West-Richtung angelegtes Strassendorf und geht von der Kreisstrasse rechtwinkelig nach Osten ab. Die Ortslage steigt von 133m an der Kreisstrasse auf 136,5m ue.NN am anderen Ortsende an. Dahinter schliessen sich Wiesen und Wald an. Genau in der Dorfmitte befinden sich Rittergut und Erbscholtisei.
Rechts und links davon sind die Arbeiterwohnhaeuser des Gutes und auf der anderen Seite die kleinen Bauernhoefe.
Gossendorf, das Dorf des Goslin, wird erst bekannt, als 1457 die Familie Lucke als Eigentuemer genannt wird. Das Rittergut hatte damals 11 Freihufen. 1561 wird auch eine Familie Pasterwitz erwaehnt. Zwischen diesen bgeiden Familien hat es offenbar Differenzen gegeben, die dazu fuehrten, dass Friedrich Lucke 1564 von einem "gewissen Pasterwitz" niedergestochen wurde. Ab 1620 gibt es in Gossendorf auch die Familie Stosch. Es scheinen durch die Jahrhunderte meist zwei groessere Besitzungen besstanden zu haben. 1786 hat Gossendorf neben dem Gut einen Kretscham, 2 Dienstbauern und 6 Dreschgaertner. 1845 gibt es neben dem Gut die Freischoltisei.
An der Ostseite des Dorfes stand in einer Pferdekoppel ein Stein mit der Zahl 1866. Der Stein war mit Eichen umpflanzt und vermutlich der Gedenkstein an die Schlacht in Koeniggraetz und die dortigen Opfer. Ueber die Gemeinde hinaus bedeutend war der Gossendorfer Gutsbesitzer, Justizrat Gustav Schaubert. Er hatte das Gut 1829 von seinem Vater uebernommen und war von 1839 bis 1848 Landrat des Kreises Neumarkt.
Johannes und Hedwig Gregor
Gutsbesitzer 1940
Hedwig Gregor mit ihren 3 Töchtern
Erna, Charlotte und Hanna
Weitere Information auf dem nachfolgenden Link:
Karl-Heinz Ecke
Vorbesitzer des Schlosses:
1457: LUCKE Familie
Hans von Luck, urkundlich 1480-1502, auf Gossendorf, Frankenthal und
Anteil Lampersdorf, alle bei Neumarkt, verkauft 1484 Rudelsdorf und
Ingramsdorf bei Schweidnitz, oo von Unwürde aus dem Hause Logischen bei
Guhrau (Stammeltern des im 18. Jahrhundert erloschenen Stammes Gossendorf)
PASTERWITZ Familie
1620: STOSCH Familie (http://dirk.steindorf-sabath.com/mensch-adel-stosch.html)
1829: Justizrat Gustav Schaubert
NOTE:Obernigk TRE - Oborniki Œl¹skie Pl
Wolfgang von Schaubert`sche Rittergutsbrauerei 1880 - 1895
Brauerei Robert Gramsch 1895 - 1912
R. Gramsch`sche Brauerei, Inh. Emilie Gramsch Wwe. 1912 - 1920
http://dirk.steindorf-sabath.eu/mensch-adel-lucke.htm Familie von Lucke
GREGOR FAMILIE http://www.geocities.com/arl65/
Pers. Bemerkung von K.-H.E.
1945/46
Meine Mutter, meine beiden Schwestern und ich sind nach dem Krieg von Tschammendorf nach Gossendorf rüber gelaufen und dabei auch durch Rackschütz, um ihre Mutter Hedwig Gregor, ihre Tante Elfriede Goerlich und ihre ältere Schwester Erna (Ione) zu besuchen, die dann - ich glaube es war im Juni 1946 - ausgewiesen wurden und kamen schließlich nach Hannover.
1937 Ulrich von Hutton, 2008 Heute haelt der Karl-Heinz den
Karl-Heinz und Schwester im Schoss Nachwuchs im Arm.
Adressbuch Kreis Neumarkt 1940
Hedwig Gregor, Gossendorf
Pauline Gregor Ww., Krintsch
Fritz Gregor, Neumarkt-Stadt
In unserer Zeit war die Struktur des Dorfes unveraendert von der Landwirtschaft bestimmt. Das Rittergut der Familie Gregor mit 272 ha, davon 232 ha Ackerland, 17ha Wiesen und 18ha Wald, wurde zuletzt von Landwirt Ulrich, Freiherr von Hutten, zusammen mit einem Inspektor bewirtschaftet. Betriebsschwerpunkte waren Schweinemast, Milchwirtschaft und Zuckerruebenanbau. Zur Erbscholtisei Klose gehoerten 52 ha, und die 4 Kleinbauern bewirtschafteten je 5 bis 15ha Land. Die landwirtschaftlichen Gross- und Kleinbetriebe bearbeiteten zusammen mehr Land, als es der Gemeindeflaeche entsprach. Das hing vermutlich damit zusammen, dass die Gueter Rackschuetz und Gossendorf zeitweilig den gleichen Besitzer hatten und die Gemarkungsgrenzen seither nicht mehr exakte Besitzgrenzen waren.
Alle Betriebe lieferten die Milch zur Molkerei Keulendorf und brachten die Zuckerrueben zur Niederlage Rackschuetz der Zuckerfabrik Maltsch-Dietzdorf. Im Dorf gab es fuer geselliges Zusammensein ein Gasthaus; die Einkaeufe erledigte man jedoch in den Nachbardoerfern, meistens Rackschuetz.
Die Evangelischen gehoerten zur Pfarrei Rackschuetz, die Katholiken zur Pfarrei Krintsch. Aehnlich wie in Krintsch gab es in Gossendorf am Dorfeingang eine "Kapelle". Dieses Marienbildnis mit Kanonenkugel hatte jedoch keinen Prozessionszusammenhang, sondern galt als Erinnerung an die Schlacht bei Leuthen.
Das alte Gossendorf Gerichtssiegel zeigt ein kirchliches Motiv, ueber Blumen das Christus-Monogramm CHS (Christus, Heiland, Seligmacher).
Die evangelischen und katholischen Kinder besuchten die Schulen in Krintsch.
Die Gossendorfer fluechteten am 28.1.1945, einige kehrten jedoch wegen der extremen Witterungs- und Strassenverhaeltniss bei Jauer um. Die anderen zogen in Richtung Sudetenland und kamen bis ins Vogtland. Die Zurueckgekehrten und einige Zuhausgebliebene erlebten von 8. bis 15.2.1945 den wiederholten Besitzwechsel der kaempfenden deutschen und russischen Truppen. Es folgten Monate des Schreckens mit Toten und Verschleppten.
Nach Kriegsende kehrten einige Gossendorfer vom Treck in die Heimat zurueck. Alle zusammen wurden aber schon im Sommer 1945 zum Zweck der Auspluenderung bis nach Liegnitz getrieben. Sie kamen ins Dorf zurueck, erlebten die Ansiedlung der polnischen Familien und wurden im Juni 1946 endgueltig ausgewiesen. Vertriebe leben jetzt im Raum Bad Muender/Deister.
List of items
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- Die Einwohner der Gemeinde
- Hausnr. Familienname Vorname Beruf und Anmerkungen
- 1 Prutsch Franz Landwirt, Flaeche ca.8ha + Post
- 2 Maibaum Fritz Landwirt, " 6,5ha.Gastwirt,Gasthaus
- Lison Josef Arbeiter
- 3 Freier Karl Landwirt, Flaeche ca 8 ha/
- 3a Rausch Gustav Kaufmann, Kolonialwarenladen
- 4 Klusinski Franz Landwirt,Arbeiterwohnung der Erbscholtisei Nr.5
- Kranz Karl Arbeiter
- 5 Klose Walter Landwirt, Erbscholtisei, Flaeche 52,7 ha
- Tel. 26
- 6 Franke Paul Landarbeiter, Arbeiterwohnungen und
- Scheunenhof des Rittergutes Nr. 10
- Heidrich Georg Landarbeiter
- 7 Richter Reinhold Landwirt, Flaeche ca. 5,5 ha.
- 8 Seewald Wilhelm Landwirt, Flaeche ca. 11 ha.
- Klose August Auszuegler
- 9 Sommer Artur Arbeiterhaus des Rittergutes Nr. 10
- Mandys Albert Landarbeiter
- Kubiak Martin Landarbeiter
- 10 Gregor Hedwig Rittergutsbesitzerin, Rittergut Flaeche
- 272 ha. Schloss, Tel. 42
- Goerlich Elfriede
- Hutten, Freiherr von Fritz-Ulrich Landwirt, Verwalter
- 11 Suchlich Robert Melker, Arbeiterwohnung des Rittergutes
- Nr.10
- Putz Paul Landarbeiter
- Dambor Robert Stellmacher
- Schwenke Herbert Landarbeiter
- Faber Franz Landarbeiter
- 12 Geppert Gustav Rentner, Wohnhaus Langner Nr. 13
- 13 Langner August Treckerfahrer+Buergermeister, Tel.Nr.64
- 14 Faber Franz Landarbeiter,Arbeiterwohnhaus des Rittergutes
- 15 Scholz Gustav Melker
- 16 Freier Wilhelm Landarbeiter,Arbeiterwohnhaus desRittergutes
- Platsch Paul Arbeiter
- 17 Hampel Josef Arbeiter, Arbeiterwohnhaus des Rittergutes
- 18 Statkewitz Franz Chauffeuer, dito
- Gillner Max Landarbeiter
- 19 Fremdarbeiterwohnhaus des Rittergutes.
- WIR GEDENKEN DER KRIEGS- UND VERTREIBUNGSOPFER
- Als Soldaten gefallen:
- Dambor Georg + 1944 an der Ostfront
- Gillmer Max geb. 29.8.1908 - + 1.9.1943 im Lazarett Warschau
- Maibaum Erich Fritz Georg geb. 22.8.1924 - 21.7.1943 bei Minsk
- Als Soldaten vermisst:
- Hample Fritz, geb. 16.9.1921 - + seit Sept. 1944 in Riga
- Klotz Leo, geb. 26.3.1910, seit August 1944 in Rumaenien
- Kunze Erich, geb. 14.6.1925 - seit August 1944 Rumaenien
- Rausch Gustav
- Richter Reinhold
- Scholz Erich geb. 16.6.1920 - seit 1943 in Frankreich
- Als Zivilpersonen von den Russen getoetet:
- Hutten, von Franz Ulrich Fritz, geb. 7.4.1882 - im Feb.1945 auf der Flucht
- Als Zivilperson verschleppt und im Lager gestorben:
- Scholz Gustav geb. 18.5.1902 - 17.7.1945
- Als Zivilperson an Entbehrung gestorben:
- Geppert Anna geb. Schoeneich 25.5.1874 - + im Mai 1946








