O S S I G - Kreis Neumarkt

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O S S I G  

Der Ortsname:

1200 Osech-1267 Osek-1276 Ossek-1315 Ossecz-1350 Ossyk-1385 Ossik-1785 Ossig

Der weitverbreitete Ortsname ist tschechischen Ursprungs: osek oder osec bedeuted Aushau, Holzschlag, aber auch "umzaeunter Platz fuer das Vieh". Die Ossig, Osseg sind schlesische Hagendoerfer.

  

Kirche und Geschichte

Schon seit Jahrhunderten gruesst der Kirchturm von Ossig aus der Ferne, darum moechte ich auch hier beginnen.

Die Kirche in "Ossyk" wird zum ersten Mal in einem Notariats=Instrument des Dekanat Neumarkt aus der Zeit um 1350 erwaehnt. Einige Jahrzehnhte spaeter wird in einem Kaufbrief des Klosters Liebenthal von 1408 des Kirchlehns in Ossik gedacht.

Ueber die Kirchengemeinde in Ossig liegen weitere Nachrichten aus der Zeit der Relegionsstreitigkeiten vor. Im November 1602 stirbt der Pfarrer Michael Denel, der noch zu Lebzeiten von der Aebtissin des Klosters Liebenthal als unklatholisch und deshalb als abgeschafft angeshen worden ist. Noch im November 1602 wurde der Ortsbehoerde in Ossig befohlen, keinen fremden sektischen Praedikanten, weder in die Kirche, noch auf den Pfarrhof zu lassen, sondern ueber der Verlassenschaft des Verstorbenen zu achen und betreffs der Seelsorge sich wegen Priestermangels einstweilen nach Bertholdsdorf zu halten/ Damit sich die Dinge nicht verschlimmern, zumal ein negativer Einfluss des benachbarten Adels zu befuerchten war, sollte die Pfarrei bald besetzt werden. Aber die Aebtissin, noch der Bischof von Muensterberg konnten bis zum Mai 1606 diese Aufgabe loesen.

Die vorgeschlagenen und teilweise auch schon am Ort taetigen Priester wurden zurueckgewiesen, nahmen andere angebotenen Stellen oder wurden mit bewaehrter Faust aus dem Ort gejagt. Dies alles schrieb man dem Einfluss eines Nachbarn der Gemeinde, Hans von Strackwitz zu, der ohne Genehmigung auf der Ortsgemarkung eine Muehle gebaut hatte und behaptete, er sei Herr des ganzen Dorfes und wolle keinen katholischen Priester. Da das Konzeptbuch des Klosters Liebenthal, dem diese Nachrichten entnommen sind, nicht ueber das Jahr 1606 hinaus gefuehrtb worden ist, bleibt der weitere Verlauf um die Besetzung der Pfarrstelle in Ossig ohne Nachweiss.

Vermutlich ist waehren des Dreissigjaehrigen Krieges die Ossiger Pfarrkirche zerstoert und verwuestet worden. Auch daruber fehlen jedoch konkete Informationen.

Am zweiten Fasstensontag des Jahres 1526 werden die Katholiken aus Neuhof in die Pfarrkirche in Ossig eingepfarrt. Diese Kirchenspielzugehoerigkeit bleibt ueber mehr als 400 Jahre bestehen.

Nach einem Grundstuecksverzeichnis vom 19.April 1736, aus gestellt vom Gerichtsschulzen Friedrich Winter aus Weicherau, gehoert die katholische Kirche in Weicherau als Filialkirche zur Pfarrkirche in Ossig.

Das bleibt so, bis 1944 die Katholiken von Weicherau der kathl. Pfarrgemeinde Kostenblut angeschlossen werden.

Kaps sagt zu Ossig:
KB geführt seit
*1678, oo1748, +1747
aber alle vernichtet, über Auslagerungen nichts bekannt



Richter schreibt 1829 zu Ossig:

Oßig
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Hierdurch führt die Breslauer Straße, 2 Meilen
von Striegau, im 4. P.D. [Polizei Distrikt], hat
1 kath. Mutterkirche (Ist 1745 wieder aufgebaut,
wahrscheinlich im 30jähr. Kriege ganz zerstört und
verwüstet worden, jedoch fehlen hierüber die Nachrichten)
mit Schindeln gedeckt, mit 800 Rthl. Vermögen und
1037 Rthl. Fund. Capit., wofür 26 Missa Cantata u.
10 Aniversaria jährl. verrichtet werden. Der Hauptstifter
ist der verst. Pfarrer Hr. Frz. wolf. Ferner Hoppe,
Brendel, Schwanz, Rauppach, Scholz, Stelzer, Ulbricht,
Hippauf, Walter, Benisch, Arnold und Reppich.
1 Pfarrwiethm. von 60 M. Fiskus ist Patron. 1 Pfarrh.,
1 kath. Schulh., (wiedr. neu 1789) 1 Erbscholtis. mit
1 Kretscham, Brau u. Brennerei, 17 große Bauerng.,
7 kleine, 10 Freig., 48 Häusl. incl. 1 Windmüller, (1761)
1 Brennerei u. 1 Schmidt, 31 Auszgsh., 1 Gemdeh.,
1 Brechh., 68 Ställe und Scheunen. Die 705 Einwohner
sind sämtlich katholisch.

Die Gesammtgröße ist 3861 M.(1813 u. 1828), davon ist
Ackerfläche 2904 M., Busch 351 M. u. 287 M. Wiesen.
Der Boden ist lehmig und sandig, ein Teil ist der
Ueberschwemmung ausgesetzt, zu 4,5 K. catastrirt.

Viehstand. 79 Pferde, 185 Kühe, 1290 halbvered.
Schaafe. Die Gemeinheitsth. ist 1828 eingeleitet.
Der Kirchhof ist am Orte, und 1828 ein zweiter außer
dem Dorfe ausgesteckt, der vorläufig noch nicht
benutzt, sondern als Acker vermiethet wird.

An Bränden. 1779 im Dec. das Bauerngut Nr.6, 1813 im Oct.
die Häuslerst. Nr. 40, 1815 das auszh. Nr. 33,
1823 d. 4. Aug. abends 11 Uhr durch Blitz das
Jos. Hilschersche Bauerngut Nr. 73.

An Gutsbesitzern. Bis zur Aufhebung das Jungfernstift
in Liebenthal. 1812 kaufte es die bauernschaft mit
der Jagtgerechtigkeit vom Fiscus für 39,450 Rthl.
Der Wirtschaftshof war die jetzige Besitzung des
Erbscholzen Hr. Steiner Nr. 1.

Justitiar. Kgl. Landgericht in Striegau. Pfarrer
Hr. Carl Jul. Kunze seit 1823. Schullehrer Hr. Carl
Stelzer seit 1798. Die Ortsgerichte bestehen aus
1 Scholzen und 2 Gerichtsleuten.

Unser Max Heinzel

Am 28.Oktober 1833 wurde in Ossig der spaetere Heimatdichter und ehemaliger Herausgeber  des "Gemittlichen Schlaesingers" Max Heinzel geboren.

Sein Vater war Gaertner,der mit seiner Familie im Unterdorf,ein kleines Haus bewohnte, das auf dem Grundstueck des spaeteren Hofes von Bernhard Steinig lag.

Nach dem fruehen Tode des Vates uebersiedelte Max Heinzel mit seiner Mutter 1837 nach Breslau, wo sich ein wohlhabender Onkel des begabten Knaben annahm. Er durfte bis zur Reifepruefung das Matthias Gymnasium besuchen. Die unweit der Viehweide gelegene Wohnung des Onkels bot ihm auch in der Grosstadt taeglich Gelegenheit zu freiem Ausflug in Feld und Wald.

Seine Angehoerigen sahen in ihm schon den zukuenftigen Pfarrherrn. Max Heinzel aber waehlte, nachdem er seiner frommen Mutter zuliebe dem Lieblingswunsch, Schauspieler zu werden, entsagt hatte, den Lehrberuf.

Eine Berufung als Leiter einer in Berlin neu gegruendeten Theaterzeitung beendete 1867 seine Erziehertaetigkeit und machte ihn zum Schriftsteller. Das Unternehmen scheiterte nach kurzer Zeit an der Mittellosigkeit des Verlegers. Fuer Max Heinzel folgten nun Redaktionstaetigkeiten an verschiedenen Provinzblaettern in Bromberg, Waldenburg, Ratibor, Neurode, Reichenbach und Schweidnitz. 1875 vermaehlte er sich in Neurode mit der aeltestens Tochter des Kreisschulinspektors Battig und  fand in seiner liebenswuerdigen Gattin eine treue Ratgeberin und Gehilfin. Ein hartnaeckiges Nerven- und Herzleiden zwang ihn 1886, die schwere Aufgabe eines Redakteurs aufzugeben und fortan nur noch vommErtrage seiner schriftstellerischen Arbeiten zu leben.

Durch Karl von Holtei ermutigt, widmete er Anfang der siebziger Jahre seine besten Kraefte der heimatlichen Mundart. Ausserdem gab er seit 1883 alljaehrlich seinen vortrefflichen Kalender, den "Gemittlichen Schlaesinger" heraus.

Schon schwerkrank verliess er 1898 sein trautes Heim in Schweidnitz, um den hundersten Geburtstag Karl von Holtei in Breslau als Festredner aufzutreten. Die Ehrung des Meisters gestaltete sich fuer Max Heinzel zu einem letzten Triumph. Als er vor Schluss der Feier den Schiesswerdersaal mit seiner Frau und der Tochter Else verliess, erhob sich die tausenkoepfige Menge und spendtete ihrem Lieblingsdichter den herzlichsten Abschiedsgruss.

Am 1. November 1898 erloeste in der als Gloeckner einst so ergreifend von ihm besungene Tod  von allen Leiden.

Der sterbliche Teil Max Heinzel's ist auf dem evangelischen Friedhof in Schweidnitz dem Mutterschoss der Erde zurueckgegeben. Zum hundersten Geburtstag wurde ihm in Ossig, seinem Geburtsort, eine besondere Ehrung durch die Einweihung eines Gedenklsteines zuteil. Leider hat dieses Denkmal, wie vieles andere mehr, die Nachkiegszeit nicht ueberlebt.

Wohl ab ist noch vielen Schlesiern das aus seiner Feder stammende, folgende Liede bekannt:

Nichts Lieb"res mocht ich finden wohl auf der weiten Welt,

wo ich frisch-froehlich aufschlug mein fluechtig Wanderzelt,

als dich, das mir die Seele mit Zauberfesseln band:

Mein Schlesien, mein schoenes, mein trautes Heimatland.

Nach deinen Bergen zog's mich, nach deinen gruenen Au'n,

zu deinen biedern Maennern, zu deinen holden Frau'n,

von dir, von dir nur traeum ich, wo still ich ging und stand:

Mein Schlesien, mein schoenes, mein trautes Heimatland.

Und neigt sich meine Sonne, verlischt ihr guelden Schein,

dir will mein letzt' Gebet ich in stummer Andacht weih'n,

dass Gott der Herr, dich schirme mit seiner gnaed"gen Hand:

Mein Schlesien, mein schoenes, mein trautes Heimatland.

Die landwirtschaftliche Betriebsstruktur

Als Gewerbe wurden 3 Gasthoefe, 2 Gemischwarenhandlungen, 1 Gefluegel- und Eierhandel, 2 Baeckereien,1 Fleicherei und 2 Muehlen betrieben. An Handwerksbetrieben gab es 2 Schmieden, 1 Stellmacherei, 2 Tischlereien, 2 Sattlereien, 1 Elektrowerkstatt, 1 Auto- und Fahrradwerkstatt, 1 Viehbeschneidung, 1 Korbmacher, 1 Dachdecker, 2 Schneider, 2 Schuhmacher und 1 Frisoer.

Ferner war Ossig Standort einer Strassenmeisterei und die Station der Dampfpfluggenossenschaft. Auch ein Arzt und eine Hebamme praktizierten im Orte.

Schon zu Beginn des 19. Jahrhundert hatten Ossig und Neuhof gemeinsam eine freiwillige Feuerwehr.

Stolz praesentiert sich die Familie Petrausch vor der Neumuehle. Das Photo zeigt die Grosseltern von Manfred Petrausch sowie seinen Onkel Georg als Baby.                                   

Berthold    Petrausch  Müllermeister  in der Aumühle um 1910
                    Franziska   Petrausch  gebr. Nentwig

List of items 

                                      Karte 1:                                                   Karte 2:

Kirche u. Dorfeinf,Hein's Gasthof,Pfarrhaus,Oder's Gasthaus*Rainhold Hoffmann Gasthaus, Doktor Villa,Ort,Villa Schulz

  • Besitzverhältnisse der Ackerflächen

    Im Einwohnerverzeichnis sind in Spalte 4 die zu den Bauernhöfen und Hofstellen gehörenden landwirtschaftlichen Nutzflächen angegeben. Im Plan der Feldmark Ossig ist im Bereich der Ackerfläche die Haus-Nummer des jeweiligen Hofes eingetragen. Ferner sind die Besitzverhältnisse der Feldwege, in unserer Heimatregion "Trieb" genannt, aufgezeigt.

                                             

    Flurnamen
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  • Die Flurnamen sammelte Dr. Gotthard Münch
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  • Nr.     Flurname schriftsprachl. / mundartlich               Nutzung, Lage und Anmerkungen
  • ______________________________________________________________________________
  • ON    Ossig / Ussich                               
  • 1     Bertholdsdorfer Fußweg / Battelsdurwer Fußstäg  Nächste Verbindung nach Bertholdsdorf. 
  • 2     1. Kapelle / De urschte Kapelle                          Gemauerter Bildstock 
  • 3     2. Kapelle / De zweete Kapelle                          Hölzerner Bildstock 
  • 4     Windmühle / Windmihle                                 Bockwindmühle

     5     Das Kalkgebirge / Is Kolkgeburge                      Scherzhafte Bezeichnung für die Kleinleutewohnungen am          Ortsausgang, wohl deshalb, weil die Fassaden der Häuser

                                                                               oft einen frischen Kalkanstrich erhielten. 
  • 6     Die Töpferei am Töpferweg /                            Auf der ehemaligen Hofstelle übte einst ein  Töpfer sein        De  Tepperei oam Tepperwäg                           Handwerk aus. 
  •  7      Das Hasebergel / Is Huosabargla                      Buckel vor der Gastwirtschaft Hase (Ortsplan Haus-Nr. 65).  
  •  8      Der Kirchweg / Derr Kurchwäg                        Kurzer Nebenweg, parallel zur Hauptstraße, vom Kirchhof                ins Oberdorf (Ortsplan vor den Grundstücken                                                                            Haus-Nr. 53 - 55). 
  • 9     Der Turnplatz / Derr Turnplotz                         Teil der Dorfaue zwischen der Schule und dem                                                                            Feuerwehrdepot. 
  • 10    Das Bräuergässel / Is Bräuergassla                     Zwischen dem Gasthof Oder und dem Friedhof.                                                     (Ortsplan Haus-Nr. 1 + 61). 
  • 11    Der Kirchplan / Derr Kurchpluon                       Östlich von Kirche und Friedhof. 
  • 12    Der Oderplan / Derr Oderpluon                          Westlich an den Kirchplan anschließender  zentraler Platz                                        im Dorf vor Oder's Gasthof  Haus-Nr. 1. 
  • 13    Der Hiltscher Teich / De Hiltscher Lusche                   Feuerlöschteich am Oderplan, der 1910 zugeschüttet wurde,                                                                           nach dem angrenzenden Bauernhof Haus-Nr. 93 genannt       
  • 14    Der Pfarrweg / Derr Forrwäg                             Führt zu den verpachteten Äckern der Pfarrwidmut.  
  • 15    Der Pfarracker / Derr Forracker                          Parzelliert verpachtetes Ackerland der Pfarrwidmut.  
  • 16    Der Weicherauer Kirchweg /                             Zweigt in Höhe des Galgen-Berges vom Pfarrweg ab        Derr Weichner Kurchwäg                                 und führt als Feldweg bis Weicherau. 
  • 17    Die Ossiger Sandgrube / De Ussiger Sandgrube            Der Galgen-Berg weist verwertbare Sandvorkommen  aus.    
  • 18    Die Kirschenallee / De Kurschaallee                   Die alte Straße von Striegau nach Breslau. 
  • 19    Der Wolfs Trieb / Derr Wulwa Trieb                          Feldweg zur Kirschenallee, der die Felder von Wolf                                       Haus-Nr. 41 erschließt. 
  • 20    Das Fleischergässel / Is Fleeschergassla              Nebenweg, der vom Kirchplan ins Unterdorf führt, an dem                           die Fleischerei Reiprich Haus-Nr. 51 liegt.
  •  21    Das Seigergässel / Is Seegergassla                      Ehemalige Bezeichnung des vorstehenden Nebenwegs,                                            genannt nach dem in Haus-Nr. 50 wohnenden Uhrmacher

                                                                               Franz (Seiger = Uhr).   
  • 22    Das Haaseholz / Is Huosehulz                           Holzlagerplatz des Stellmachers Haase auf der Dorfaue                                                         Haus-Nr. 47 
  • 23    Das Schlossergässel / Is Schlussergassla             Verlängerung des Fleischer- bzw. Seigergässels im                                     Unterdorf bis zum Bettelplan, genannt nach der                                                                                             Schlosserei Haus-Nr. 19. 
  • 24    Der Bettelplan / Derr Battelpluon                      Platz am unteren Ende der Hauptstraße zwischen    dem                                          Bauerndorf und der "Funkenstadt", zwischen den                                                                                           Haus-Nr. 17, 20, 26 + 27. 
  • 25    Die Funkenstadt / De Funkastuodt                     In dem aus drei Häuserzügen und zwei Gassen                                                       bestehenden Ortsteil wohnten Stellenbesitzer, Handwerker                                                                    und sonstige kleine Leute, im Ortsplan umfassend die                                                Haus-Nr. von 26 bis 40.                                                                          
  • Kinderreim: Auerhuohn, mach a Ruod,   ieber die ganze Funkastuodt. 
  • 26    Der Schriemsteg / Is Schriemstegla                    Abkürzung hinter der Funkenstadt entlang der Grundstücke                          Haus-Nr. 32 + 34. 
  • 27    Die goldenen Arschbacken /                              Arbeiterhäuser am Aumühlweg vor dem Hellaberg,        De guldna Uorschbacka                                    umfassend die Haus-Nr. 21 - 25 + 95 - 97.
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  • Nr.    Flurname schriftsprachl. / mundartlich                Nutzung, Lage und Anmerkungen
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  • 28     Der Neuhofer Fußweg /                                    Beginnt in der Funkenstadt zwischen den Grunstücken        Is Neuhiäwer Stegla                                                 Haus-Nr. 32 + 33a und führt durch die Wiesen bis zum                                                                            Neuhofer Park. 
  • 29    Der Brichtig / Derr Brichtig                              Wiesenstück am Neuhofer Fußsteg mit Bildstock. 
  • 30    Das Funkenstück / Is Funkasticke                      Kleine Feldparzellen südöstlich der Funkenstadt. 
  • 31    Die Funkenwiesen / De Funkawiesa                   Die talwärts des Funkenstücks zum Striegauer Wasser                                            hin gelegenen Wiesen. 
  • 32    Der Pfarrbusch / Derr Forrpuusch                       Zur Pfarrwidmut gehörender Wald. 
  • 33    Der Dorfgraben / Derr Durfgruoba                       Durchfließt das Dorf der Länge nach und durch die                                      Funkenwiesen, dann mündet er zusammen mit dem                                                                              Schwarzen Graben ins Striegauer Wasser. 
  • 34    Der Schwarze Graben /                                     Zieht sich fast ohne Gefälle durch die Wiesen,        Derr Schworze Gruoba                                     markiert durch Korbweiden und Pappeln. 
  • 35    Der Aumühlweg mit der Aumühlhohle /             Führt von den goldenen Arschbacken zur Aumühle,        Derr Aumihlwäg miet derr Aumihlhohle             mit einem tief in den Talrand eingeschnittenen                                                                            Hohlwegabschnitt. 
  • 36   Der Neumühlweg mit der Neumühlhohle /          Zweigt am Ortsrand vom Aumühlweg ab und führt in         Derr Neumihlwäg miet derr Neumihlhohle   südwestliche Richtung zur Neumühle, mit einem                                                                               Hohlweg der in den Hellaberg eingeschnitten ist. 
  • 37    Die Brechhauswiesen / De Brechhauswiesa                   Das Brechhaus, das dort stand, diente dem einst so                                                                           wichtigen Flachsanbau, der Rohstoff für die Leinen-                                                                        produktion lieferte. In Aufzeichnungen aus dem Jahre 1829                                                                         ist es noch unter dem Gebäudebestand genannt. 
  • 38    Der Hellaberg / Derr Hellabarg                          Erhebung zwischen Aumühl- und Neumühlweg. 
  • 39    Die Krötenwiesen / De Kriätawiesa                    Ob sich hier die Kröten zahlreich tummelten? 
  • 40    Der Aumühlbusch / Derr Aumihlpuusch             Waldgelände westlich der Aumühle. 
  • 41    Der Neumühlbusch / Derr Neumihlpuusch                   Waldgelände nordöstlich der Neumühle.
  •  42    Striegauer Wasser / De Baache                          Die Flutbaache oder einfach die Baache genannt.

  •  43    Der Mühlgraben / Derr Mihlgruoba                    Zweigt durch ein Wehr oberhalb der Neumühle vom                                               Striegauer Wasser ab und versorgt die Neumühle                                                                                              und die Aumühle mit dem Antriebswasser für die                                                                                 Mühlenräder. 
  • 44     Der Bockauer Weg / Derr Bucker Wäg              Nächste Fußwegverbindung nach Bockau und                                                                           Ingramsdorf. 
  • 45    Das Neuland / Is Neuland                                 Gerodetes Ackerstück 
  • 46    Die Neulandwiesen / De Neulandwiesa               Gerodetes Wiesengelände 
  • 47    Der Mittelsteg / Derr Mittelsteg                        Feldweg von der Ortsmitte zu den Wiesen westlich                                                des Neumühlwegs. 
  • 48    Der Schusterberg / Derr Schusterbarg                  Hang zu den Wiesen am Schwarzen Graben, die vom                                              Mittelsteg erschlossen werden. 
  • 49    Die Totenkuhle / De Tutakuhle                         Auf diesem Feldweg soll eine Frau vom Wagen gefallen                                          und tödlich überfahren worden sein. 
  • 50    Der Paulacker / Derr Paulacker                          Benannt nach einem früheren Besitzer. 
  • 51    Die Neumühlwiesen / De Neumihlwiesa             Wiesengelände westlich der Neumühle. 
  • 52    Die Hinterwiesen / De Hingerwiesa                    Wiesen im Anschluß an die Neumühlwiesen. 
  • 53    Die Pflaumenallee / De Flaumaallee                   Nächste Verbindung von der Ortsmitte in Ossig nach                                              Pitschen durch den mit Pflaumenbäumen bestandenen                                                                                Feldweg. 
  • 54    Der Kirchwinkel / Derr Kurchwinkel                  Wiesenstück am Waldrand nahe der Pflaumenallee.             
  • 55    Der Heuweg / Derr Heiwäg                               Erschließt die Wiesen westlich der Pflaumenallee. 
  • 56    Die Pappelwiesen / De Poppelwiesa                   Genannt nach den Pappeln am Heuweg. 
  • 57    Die Neue Chaussee / De Neue Schossee              Nach dem ersten Weltkrieg erbaute Chaussee zwischen                                            Bertholdsdorf und Pitschen. 
  • 58    Das Zustück / Is Zusticke                                 Ackerland an der Gemeindegrenze zu Sasterhausen, das                                                                         wegen der Bodenqualität bei der Gemeinheitsteilung 1828                                                                         besonders zugeteilt worden ist. 
  • 59    Der Leppengraben / Derr Leepagruoba                 Grenzgraben zu Sasterhausen. 
  • 60    Das Teichel / Is Teichla                                   Kleiner Teich in der Feldmark. 
  • 61    Der Grüne Weg/ Derr Griene Wäg                     Feldweg  
  • 62    Der Stangenweg / Derr Stangawäg                     Nächste Verbindung von der Rausker Chaussee zum                                               Oberdorf, genannt nach den Masten der Telefonleitung, 

  •                                                                            den "Stangen", die diesen Feldweg säumten. 

    Feldmark Ossig

    Der Plan der Feldmark Ossig ist eine Vergrößerung des Ausschnittes aus den Meßtischblättern Nr. 4965 und 5065. Die laufende Nummer markiert den Regionalbereich des beschriebenen Flurnamens.  
  •  
  • Die Einwohner der Gemeinde      
  • Haus-Nr.          Familienname      Vorname      Beruf und Anmerkungen               Personenzahl
  • Ereignisse der Jahre 1945 / 46
  • Die Einnahme des Ortes durch russische Truppen erfolgte am 12. Februar 1945. Bereits am 9. Februar 1945 war im Oberdorf fuer kurze Zeit ein Spaehtrupp aufgetaucht.
  • Wegen Meinungsverschiedenheiten ist kein geschlossener Fluchttreck aufgebrochen. Einzelne Gruppen konnten aber noch rechtzeitig den Ort in Richtung Riesengebirge verlassen. Der groesste Teil der Bevoelkerung fiel aber mit den gepackten Treckwagen den Russen bei der Besetzung des Ortes in die Haende und hatte die Schreckenherrschaft bis zum Kriegsende zu ertragen. Waehrend der letzen Kriegswochen musste Ossig wegen der Frontnaehe geraeumt werden. Die in der naeheren Umgeung ungegrachten und die noch rechtzeitig gefluechteten Ossiger kehrten bis Mai 1945 zurueck nach Ossig. Der Polentreck, der am 24. Juni 1945 aufbrechen musste und der nach etwa 10 Tagen wieder zurueckgekehrt war, kam bis in die Gegend bei Haynau.
  • Die endgueltige Vertreibung erfolgte am 9. Juni 1946 nach Hameln, am 10. Juni 1946 nach Diepholz, am 5.Oktober 1946 nach Hannover und am 17.Oktober 1946 nachZittau/Sachsen mit Verteilung u.a. nach Olbernhau/Erzgebirge.
  • Wir gedenken der Kriegs- und Vertreibungsopfer
  • Als Soldaten gefallen:
  • Baatz            Max         *    4.  8.13    Melker             +           45     Rußland
  • Brinke           Stefan       *   13.  5.13    Landwirt          +   4.  1.43     Stalingrad
  • Byroslawski   Georg       *   25.  2.14                         +  25. 9.44     Vogesen
  • Franke         Ernst        *             13    Arbeiter           +           42     Rußland
  • Guske          Alfred       *     9.  2.21    Arbeiter           +   3.12.43     Rußland
  • Guske          Alois        *             12    Landwirt          +   3.10.43     Toropitz/Rußland
  • Gänserich      Wilhelm    *                Arbeiter           +           43    
  • Halbsguth     Alfons      *    23.11.10   Maschinenführ.  +   7.  3.42     Rußland
  • Halbsguth     Franz       *      1.  4.16   Fleischer           +  31. 1.43     Stalingrad
  • Heinrich       Kurt         *    13.12.23                        +  29. 4.45     bei der Marine
  • Hoffmann     Franz       *    29.11.26                        +  14. 1.45     Ungarn
  • Haubner       Georg       *                Schmiedemeist.   +        2.43     Stalingrad
  • Heckler        Richard     *    19.11.00   Tonarbeiter       +        2.45     Schlesien
  • Jenschke       Erich        *    31.  3.11   Arbeiter           + 29.10.43     Stalingrad
  • Jenschke       Josef        *      7.  3.24                        + 27.10.43     Zaporozje/Rußland
  • Kühn           Josef        *    16.12.12   Bauer              +   8.  4.43     Rußland
  • Klose           Max         *    12.  3.20                        +  19. 9.42     Stalingrad
  • Klose           Alfred       *    14.  4.24                        +    7. 1.45     Belgien
  • Lusche         Franz       *              10   Korbmacher       +           43    
  • Mainke        Franz       *    23.  3.23                        +   1.  8.44     Zibergi/Dina
  • Müller         Erwin       *    25.  3.21   Molker            +   8.11.41     Tichwin/Rußland
  • Münch         Johannes   *      6.  5.14                        +   8.11.42     Kaukasus/Rußland
  • Nitschke       Richard     *    17.11.95   Großknecht       +   9.  3.45     Breslau
  • Renner         Paul         *    17.  9.23   Tischler            +           45     Hildburghausen
  • Schnorfeil      Josef        *    24.11.25                        +           45     Italien
  • Schmidt        Paul         *    12.  2.14                        + 21.12.42     Rußland
  • Schmidt        Alfons      *    24.  2.17                        + 20.  7.44     Frankreich
  • Schmidt        Konrad     *    29.  9.19                        +   7.  2.44     Rußland
  • Schumann     Reinhold    *              07                        +           39     Polenfeldzug
  • Stiffel          Günther    *    17.  5.23                        + 29.  9.44     Eifel
  • Werner         Alois        *    10.  7.05   Tischler            +   8.  2.42     Polen
  • Wilde           Alois        *    11.  9.14                        + 12.  9.44     Slowakei
  • Als Soldaten vermißt:
  • Brodkorb      Johannes   *             23    Arbeiter           +
  • Forell           Bruno       *    20. 1.06    Arbeiter           +     8. 2.45    Novosibirsk/Rußl.
  • Gärtner        Rudolf      *    12. 7.22                         +   23. 7.43    Rußland
  • Hartmann      Joachim     *      7. 4.25    Landw.-Gehilfe   +  24.10.44    Ostfront
  • Heckler        Alfons      *      7. 3.23                         +          1.45
  • Heckler        Paul         *    14. 7.09    Großknecht       +   26. 8.44    Rußland
  • Kühn           Franz       *      1. 2.14    Bauer              +  24.10.43    Rußland
  • Klitta           Wilhelm    *    21. 1.15                         +     3. 5.44    Krim
  • Klippel        Paul         *      1. 2.10    Melker             +     9. 4.44    Rußland
  • Lusche         Martin      *             13                         +            45
  • Persicke        Paul         *             00    Bäcker             +            42    Rußland
  • Persicke        Bernhard    *             01    Bahnarbeiter      +
  • Persicke        Alois        *             05    Landwirt          +            44    Rußland
  • Reiprich       Georg       *      3. 6.22    Fleischer           +   18. 7.44    Bialistock/RußlandScholz          Paul         *      3. 2.27                         +            45
  • Scholz          Konrad     *   15.10.08    Zimmermann     +         3.45    Italien
  • Stelzer         Alois        *     2.  1.01    Schmiedemeist.   +            45    Rußland
  • Wilde           Georg       *    21. 8.20                         +         3.45   
  • Wolf            Georg       *   26.12.06    Bauer              +   11. 1.45
  • Als Zivilpersonen bei Luftangriffen getötet:
  • Hoffmann     Paul         *    26.11.94   Zimmermann     +  10.10.44    Kiel
  • Lusche         Maria       *      7.  2.15                        +   17. 4.45    Leipzig
  • Als Zivilpersonen von den Russen getötet:
  • Hoffmann     Maria       *    29.11.26                        +   13. 2.45    Ossig
  • Hoffmann     Ernestine    *    12.12.64   Rentnerin          +   13. 2.45    Ossig
  • Kühn           Hermann   *    15.  4.71   Bauer              +   12. 2.45    Ossig
  • Langer          August      *      2.  8.62   Rentner            +   13. 2.45    Ossig
  • Scholz          Rudolf      *    15.11.00   Bauer              +   14. 2.45    Ossig
  • Steiger          Josef        *    24.12.62   Rentner            +   12. 2.45    Ossig
  • Steinig          Ida           *    28.  1.90                        +   15. 2.45    Ossig
  • Steinig          Martha     *    25.  7.99                        +   15. 2.45    Ossig
  • Toepsch       Paul         *    26. 6.94    Bauer              +   12. 2.45    Ossig
  • Als Zivilpersonen von den Russen verschleppt und im Lager verstorben:
  • Dittrich        Hermann   *   23.12.05    Melker             +         2.45     Poltawa/Rußland
  • Förstel         Klemens    *   25.  4.85    Postagent          +            45    Rußland
  • Geistert        Johannes   *     8.  2.04    Müller             +            45     Rußland
  • Hadamke      Josef        *   24.  4.95    Landwirt          +            45    Rußland
  • Hahn           Oskar       *     9.  3.99    Bauer              +  31.12.45    Poltawa/Rußland
  • Hartmann      Arthur      *   27.  6.93    Bauer              +         3.45    Oberschlesien
  • Hoffmann     Paul         *   20.  5.91    Bäckermeister    +    1.  8.45    Rußland
  • Lembfeld      Friedrich    *   29.  5.13    Bankbeamter      +            46    Rußland
    Forts. Als Zivilpersonen von den Russen verschleppt und im Lager verstorben:
  • Müller         Willi         *   13.  8.97    Maurer            +   16. 8.45    Rußland
  • Müller         Paul         *   27.  7.94    Landwirt          +         6.45    Poltawa/Rußland
  • Mutke         Franz       *   20.  5.07    Gemeindeschr.    +         3.45    Oberschlesien
  • Persicke        Alfred       *             04    Sattler              +            45    Rußland
  • Petrausch      Josef        *     9.  9.13    Landwirt          +  24.12.46     Rußland
  • Renner         Paul         *   26.12.02    Großknecht       +  24.  7.45    Rußland
  • Schmidt        Robert      *   22.  2.89    Großknecht       +   28. 5.45    im Ural/Rußland
  • Seifert          Paul         *   25.  2.99    Bauer              +            45    Rußland
  • Steinig          Alfred       *                Melker             +            45    Rußland