WOLFSDORF Eine kleine Perle

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RITTERGUT

Das Herrschaftshaus von Cramstaschen aus Wolfsdorf. Das Gebaeude wurde renoviert und der Garten wird umgestaltet. Die Aufnahme wurde am 1.6.2007 gemacht.

DORFGESCHICHTE UND EINWOHNER

Gutsdorf im nordoestlichen Kreisgebiet, 20 km von der Kreisstadt entfernt, im Niederungsgebiet der Oder. Wegeverbindungen von Klein Bresa, Gross Bresa und Wohnwitz durchziehen das Dorf und fuehren in einer gemeinsamen Strasse nach Tschirnau.

Die Wolfsdorfer Feldmark ist suedwestlich und nordwestlich des Dorfes flaches Ackerland, das Hoehenlagen zwischen 106 und 110 m ue.d.M. aufweist. Das Gelaende im Suedosten steigt bis auf 142 m ue.d.M. an und ist mit Wald bedeckt. Von Klein Bresa kommend, fliesst ein nasser Graben durch das Dorf in Richtung Weissenfeld. An den Ufern ist Wiesengelaende.

Die Gemarkung wurde bis zu 67% als Ackerland, 7% als Wiesen, 22% als Wald und 4% als Hoefe, Gaerten, Wasserlaeufe, Strassen und Wege genutzt. Mit 226 ha gehoerten 91% des Gemeindeareals zum Rittergut, das ebenso wie Klein Bresa im Besitz von Frau Emma von Kramsta, geb. von Wilcke, war. Von den Ackerflaechen waren 22 ha an die Bauern der Gemeinde verpachtet. Die Verwaltung des Gutes in Wolfsdorf lag in den Haenden eines Inspektors. Ein Schwerpunkt auf diesem Hofe war die Mastviehwirtschaft.

Fuer die Bewirtschaftung der Waldgebiete, die zum Rittergut gehoerten, gab es eine Foersterei. Der Foerster in Wolfsdorf war auch fuer die Forsten des Rittergutes Wohnwitz zustaendig.

Die wenigen kleinen Bauernhoefe, besser gesagt, Bauernstellen, am Ort hatten insgesamt nur etwas ueber 40 ha Ackerland zur Verfuegung. Urspruenglich Freygaertnerstellen entwickelten sich durch Landerwerb vom Rittergut oder durch Pachtland zu diesen kleinen eigenstaendigen Bauernstellen, denn Bauern in herkoemlichen Sinne gab es im 18. Jahrhundert in Wolfsdorf noch nicht.

Als Gewerbe wurden betrieben: das Gasthaus zur Wasserburg und ein Kolonialwarenladen. Neben dem alltaeglichen Bedarfsguetern fuer die Dorfbewohner befand sich im Laden auch ein oeffentlicher Fernsprecher.

Als Gemeindevorsteher war von 1885 bis 1910 Karl Kroker taetig. 1836 geboren, diente er im Grenadier Regiment von Schweidnitz und machte die Feldzuege 1864 und 1870/71 mit. Als Stellenbesitzer in Wolfsdorf war er ueber 25 Jahre als Schoeffe taetig und lange Zeit auch als Mitglied des evgl. Kirchenrates. Karl Kroker war Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens. Im Jahre 1910 uebernahm sein Sohn Hermann Kroker da Amt des Gemeindevorstehers und behielt dieses auch als Buergermeister bis 1945.

Auch hatte er mehere Ehrenaemter inne. Im weiten Umkreis war Hermann Kroker als Kapellmeister bekannt. Sein Leben wurde im August 1945 zerstoert, als er mit den wenigen Habseligkeiten von der Flucht aus der Tschechei zurueckkehrte und nun die erniedgrigen Behandlungen durch die jetzt in Wolfsdorf Herrschenden erfahren musste.

Vorbesitzer des Rittergutes

 

1353 Franczko von Zomerfelt

1374 Hans und Konrad von Warsingen          Andirke von Buckschitz1549 Niklas von Scheblitz verstarb hier. Diente seid 1536 als Landeshauptmann Breslau und erbaute  als Herr von Wohnwitz das beruehmte Wasserschloss1700 von Uttmann         von Bedau1786 von Walter  ?       Maeusel          Engler          Von Kramsta1900 (?) Margarita von Livonius geb. Von Kramsta – Ehemann Oberst a.d. von Livonius

               Generaldirektor der Gueter Herrschaft Klein Bresa, Herschelswaldau und Wohnwitz

Dorfform: Wegedorf mit Gut

Der Ortsname: 1353 Wolffdorf

                      1786 Wolfsdorf

Bei dem Ortsnamen ist nicht an das gefuerchtet Tier, sondern an den Personennamen Wolf, der Abkuerzung von Wolfram, Wolfgang, zu denken. Es ist dies einer der aeltesten uns bekannten deutschen Namen, den auch der Gotenbischof Wulfila, freilich in der Verkleinerungsform, traegt.

Die Katholiken immOrt waren in der kath. Kirche in Auras eingepfarrt. Die evangl. Kirche befand sich in Weissenfeld. Obwohl Wolfsdorf ein kleiner Ort war, gab es einen weithin bekannten Waldfriedhof.

Der schlesische Schuhfabrikant Hans Dorndorf hatte sich diesen kleinen stillen Friedhof zu seiner letzten Ruhestaette gewaehlt und dort fuer seine Familie eine Gruft errichten lassen. Dorndorf liess auch eine lebensgrosse Christusdarstellung schnitzen. Das Kreuz dazu wurde aus den Fluegelarmen der alten Tschirnauer Windmuehle gefertigt. Die Christusfigur haengt heute in der kathl. Kirche in Nippern.

    

Von der Muehle dieses Gutes

stammt das Holz zur Erstellung

des Kreuzes in der kathl. Kirche Nippern.

Katholische Kirche Nippern

Die Kinder kathl. Konfessionnbesuchten die kathl. Schule in Nippern. Wenn Wolfsdorf in all den Jahrhunderten auch ein kleines Dorf geblieben ist, so hatte es doch eine evangl. Schule, in die auch die Kinder aus den Nachbardorfern Tschirnau und Wohnwitz kasmen.

Nachforschungen von Lehrer Georg Gabel aus Wolfsdorf lassen vermuten, dass eine alte Handelsstrasse von der Ostesee gen Sueden unmittelbar an Wolfsdorf vorbeigegangen sein muesste, da in den dreissiger Jahren nordoestlich von Wolfsdorf faustgrosse Bernsteinstuecke gefunden wurden. Wolfsdorf hatte 1353 14 Hufen, wovon 12 zu dem freien Vorwerk und 2 zur Scholtisei gehoerten. Es war damals zusammen mit Bresin, dem spaeteren Klein Bresa, Besitz des Francko von Zomerfelt, der fuer beide Gueter den Ritterdienst zu leisten hatte und auch am Grundeigentum von Hausdorf beteiligt war. 1374 lassen Hans und Konrad von Warsingen dem Andirke von Buckschitz ihr Dorf Wolffdorf auf.

Auf Wolfsdorf starb 1549 Niklas von Scheblitz, dr 1536 Landeshauptmann des Fuerstentums Breslau geworden war und als Herr von Wohnwitz das beriehmte Wasserschloss erbaut hatte.

Als Besitzer des Rittergutes sind seit dem 17. Jahrhundert die Namen von Uttmann und von Bedau bekannt. Einer Beschreibung Schlesiens aus dem Jahre 1786 ist zu entnehmen, dass Wolfsdorf dem Herrn von Walter gehoert und ein herrschaftliches Wohnhaus, 1 Vorwerk, 1 Kretscham, 3 Freygaertner, 6 Dreschgaertner, 4 andere Haeuser und eine Windmuehle hat. Ueber das Dorf und das Freigut Wolfsdorf in der Breslau/Brieger Fuerstentumlandschaft wird im Jahre 1845 folgendes ausgesagt:

Besitzer ist Anton Wilhelm von Walter, der 1828 fuer die Liegenschaften einen Kaufpreis von 10.000 Reichstalern ghezahlt hatte. Im Dorf sind 15 Wohnhaeuser, 1 herrschaftliches Schloss, 1 Windmuehle und eine Brennerei vorhanden. In der Folgezeit treten als Besitzer noch die Namen Maeusel, Engler und von Kramsta auf. Die letzte Besitzerin war Margarita von Livonius, geb. von Kramsta, deren Mann Oberst a.D. von Livonius Generaldirektor der Gueter Herrschaft Klein Bresa, Herschelswaldau und Wohnwitz war.

Das bereits erwaehnte Gasthaus zur Wasserburg hat seinen Namen  von dem Nachbarort Wohnwitz vorhandenen Wasserschloss entliehen. Zum Gasthaus gehoerten ein Tanzsaal und ein grossser, mit pachtvollen Kastanien bestandener, schoener Garten. Mit diesem Angebot war Wolfsdorf ein beliebtes Ausflugsziel fuer die Bewohner von Dt. Lissa und Breslau, zumal die Ausfluegler denOrt auf schoenen Waldwanderwegen erreichen konnten.

Hausnr.                               Familienname              Vorname             Beruf und Anmerkungen

1                                           Letzner                           Hermann    Fuhrunternehmer, Wohnhaus u. Grundstueck des

                                                                                                            Franz Schroettenhamer in Langenbielau, Warenhdlg.

                                                                                                            Tel. 34

2                                          Gabel                               Georg           Lehrer, evangl. Schule

3                                          Boehm                            Kurt               Maurer

                                            Boehm                            Ernestine      Rentnerin

4                                          Goehlmann                    Kurt                Landwirt, Flaeche  4,25 ha   Gastwirtschaft

                                            Goehlmann                    Adolf              Renter

                                            Goehlmann                     Helmut           Eisenbahner

5                                          Jureck                              Erdmann       Landwirt

6                                          Kroker                            Hermann        Landwirt, Flaeche  5,75 ha Buergermeister 7                                          Hanke                             Josef                Hofstelle Flaeche 1,5 ha

                                            Hiersemann                   Wilhelm           Rentner

8                                          Finke                               Alfred               Fleischer, Wohnhaus Kroker Nr. 6

                                            Neumann                        Hermann          Schaffer

9                                          Ellguth                             Gustav              Landwirt, Flaeche 2,5 ha

10                                        Vogt                                 Gustav              Eisenbahner

                                             Vogt                                 Hermann           Schuhmacher und Schumacherei

11                                        Stier                                  Max                    Arbeiter

12                                        Glied                                  Hermann           Schmied, ca. 3 ha Land, Schmiede

13                                        Geistert                            Wilhelm             Landwirt, Flaeche 3,5 ha +Ziegelarbeiter

                                             Keil                                     Ida                     Landarbeiterin

14                                        Bergel                                Julius                 Schmied, Gemeindehaus

                                             Schymanski                      Josef                  Arbeiter

15                                        Eichler                                 Gustav               Rentner, Arbeiterwohnhaus des Rittergutes

16                                                                                                                  unbebautes Grundstueck des Kurt Goehlmann Nr.4

17                                        Klose                                     Wilhelm           Landarbeiter, Arbeiterwohnhaus des Rittergutes

                                             Bartsch                                 Alfred              Ackerkutscher

                                             Dettke                                   Paul                  Ackerkutscher

                                             Seifert                                    Paul                  Ackerkutscher

18                                         Haupt                                     Artur                 Gutsinspektor, Rittergut ca 226 ha

                                                                                                                          der Herrschaft von Cramsta

                                                                                                                          Klein Bresa, Schloss

                                             Binner                                     Max                    Ackerkutscher

                                             Herzog                                     Paul                   Ackerkutsher

                                             Nischke                                    Paul                   Treckerfuehrer

                                             Nischke                                    Maria                 Rentnerin

19                                        Langner                                    Wilhelm            Landarbeiter

                                                                                                                                                                                  

   REINHARD HANKE (2008) - MAN KOENNTE FAST  MEINEN ES WURDE IN WOLFSDORF AUFGENOMMEN.

          

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  •  http://www.pfeilonline.de/Legacy/web/ahnen/a1.htm#i14 (Weitere Informationen auf diesem Link
  • IErna Hildegard Gertrud KRAUSE,6 Tochter von Ernst Willi KRAUSE und Maria KOCH, wurde am 1. März 1925 in Wohnwitz, Kreis Neumarkt, Schlesien geboren.

     

  • Allgemeine Notizen: BIOGRAPHIE:
    Sie besuchte die Volksschule in Wolfsdorf, Kreis Neumarkt, Schlesien und anschließend das "Pflichtjahr" im Lebensmittelgeschäft Petzke in Klein-Bresa, Kreis Neumarkt, Schlesien. Nach abgeschlossener Ausbildung an der Kaufmännischen Privatschule Noak in Breslau arbeitete sie vom 24.1.1941 bis Mitte Januar 1945 als Buchhalterin im Steuerberater-Büro Schöngarth in Breslau.
    Vor den anrückenden russischen Truppen floh sie zu Fuß zusammen mit ihren Eltern, ihrem Bruder Kurt und ihrer Schwester Friedel sowie deren Kindern Renate und Norbert durch die damalige Tschechoslowakei nach Westen. Im März/April 1945 hielten sie sich in Kodau und Karlsbad auf. Von dort führte die Flucht nach Thüringen, wo sie sich im September/Oktober 1945 in Bad Liebenstein aufhielten. Während ihre Eltern und ihr Bruder weiter nach Leipzig zogen, floh sie zusammen mit ihrer Schwester und deren Kindern nach Nieder-Laasphe, dem Wohnort von Robert, dem Mann ihrer Schwester. Sie wohnten bei Robert in Haus Nr. 5, jetzt Brückenplatz 5. Hier lernte sie ihren Mann Hermann kennen, der im Nachbarhaus Nr. 6, jetzt Kirchstraße 3, wohnte.
    Bis zu ihrer Heirat arbeitete sie als Strickerin in einer Strickerei in Feudingen, Kreis Wittgenstein.
    Sie wohnte dann mit Familie und Schwiegermutter in Laasphe und ab 1954 in Much, Rhein-Sieg-Kreis.

    Bekannte Ereignisse in ihrem Leben waren:

    • Wohnort: 1925-1945, Wohnwitz, Kreis Neumarkt, Schlesien.

    • Konfirmation: 1939, Belkau, Kreis Neumarkt, Schlesien.

    • Beruf: Buchhalterin, Breslau, Schlesien.

    tem 2
  • Item 3

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